Ich habe ein Urostoma

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Urostomie 

Bei einer Urostomie handelt es sich um eine chirurgisch angelegte Öffnung für die Ausleitung von Urin von den Nieren nach einer Schädigung eines Teils der Harnwege (z.B. Blasenkrebs, Trauma). In der Regel handelt es sich um ein permanentes Stoma. Aufgrund des stetigen Urinflusses benötigen Sie einen Urin-Sammelbeutel mit Auslass.

Nieren: Bohnenförmige Organe des Menschen, die für die Filtration des Bluts und die Urinproduktion zuständig sind.

Harnwege: Sie erlauben den Abfluss des Urins von den Nieren in die Blase. Bei einem Rückfluss von Urin in die Nieren kann es zu schweren Infektionen kommen.

Blasen-Schliessmuskel: Der Schliessmuskel der Blase ist ein ringförmiger Muskel an der Unterseite der Blase, der beim Zusammenziehen die Blase verschliesst.

Blase: Die Blase ist das Speicherorgan für den Urin. Die Entleerung wird durch den Schliessmuskel gesteuert. Die korrekte Funktion der Muskeln und Nerven in der Blasenwand ist für die willentliche Entleerung von entscheidender Bedeutung.

Harnröhre:  Dieser Kanal beginnt in der Blase und dient der Ausscheidung des Urins aus dem Körper und damit der Entleerung der Blase.

Die zwei häufigsten Urostomie-Typen

Ureterokutaneostomie 

Die Harnwege (Ureter) werden an die Körperoberfläche geführt. Wenn das Stoma frisch angelegt wurde, führen ein oder zwei dünne Schläuche (Abflüsse) zum Stomabeutel. Sie werden im OP angelegt und sollen den Heilungsprozess von innen unterstützen.

Etwa 10–14 Tage nach dem Eingriff fallen sie gewöhnlich in den Stomabeutel.

Ileumconduit (Bricker) 

Diese Operation dauert im Allgemeinen länger, da sie aus zwei Schritten besteht:

- Schritt 1: Isolierung eines Abschnitts des Ileums (Krummdarm) (~15 cm).
- Schritt 2: Ein Ende des Ileumabschnitts wird verschlossen, das andere Ende wird als Stoma an die Körperoberfläche gelegt. Die Harnwege (Ureter) werden mit diesem Ileumabschnitt verbunden. Der Urin kann durch diesen fliessen und aus dem Körper ausgeleitet werden.

Versorgung der Urostomie

Die Wahl Ihrer Versorgung hängt von folgenden Produkten ab:

  • Lokalisierung des Stomas
  • Auffälligkeiten des Stomas
  • Unversehrtheit der Haut
  • Ihr Wohlbefinden
  • Kosten
  • Ihr Geschick in der Handhabung des Systems
  • Ihre Vorlieben

Bei einer Urostomie besteht ein anhaltender Urinfluss, der ausgeleitet werden muss. Wenn für Ihre Urostomie ein Darmsegment verwendet wurde, wie dies bei einem Ileumconduit der Fall ist, wird auch etwas Schleim mit dem Urin zusammen ausgeschieden. In jedem Fall benötigen Sie einen Beutel mit Auslass und Rücklaufsperre. Der Beutel kann über Nacht an einen Bettbeutel angeschlossen werden. Bei einem Urostomiebeutel ist an der Unterseite eine Öffnung, so dass der Beutel regelmässig entleert werden kann.

Wenn die Entscheidung ansteht, welcher Beuteltyp Ihren Bedürfnissen am besten entspricht, können Sie zwischen zwei Systemen wählen, einem einteiligen oder einem zweiteiligen System.

Bei einem einteiligen System sind Beutel und Hautschutz fest miteinander verbunden. Bei einem zweiteiligen System sind Beutel und Hautschutzplatte getrennt und werden vom Anwender mithilfe eines mechanischen oder adhäsiven Systems verbunden. Die Basisplatte kann bei einem solchen System über mehrere Tage am Körper verbleiben und wird nur bei Bedarf gewechselt. Der Beutel wird alle 2-4 Tage gewechselt. 

Harnwegsinfektion

Symptome: Fieber und Nierenschmerzen

Eine Harnwegsinfektion äussert sich durch Fieber unklarer Ursache, neu auftretende Nierenschmerzen, Schüttelfrost und übel riechenden Urin. Wenn diese Symptome auftreten, sollten Sie unverzüglich Ihren behandelnden Arzt konsultieren.
Eine Urinprobe wird benötigt. Diese darf unter keinen Umständen dem Beutel entnommen werden (auch nicht einem sauberen) da er nicht steril ist! 

  • Entleeren Sie die Versorgung vollständig.
  • Nehmen Sie die Pflegemassnahmen wie üblich vor.
  • Am zuverlässigsten erfolgt eine Probenahme durch eine kompetente Person, die einen Katheter direkt an der Basis des Stomas einführt.

Wenn Sie die Probe selbst sammeln:

  • Lassen Sie den Urinstrahl direkt in ein Gefäss fliessen, das an das Stoma gehalten werden sollte.
  • Wir empfehlen, sich für ein einfacheres Vorgehen nach vorne zu beugen oder leicht zu husten (durch die Kontraktionen wird der Urinfluss in das Gefäss beschleunigt).
  • Einige Tropfen Urin reichen aus, das Gefäss muss nicht voll sein.
  • Bringen Sie die Probe rasch zum Labor oder stellen Sie sie in den Kühlschrank. Vergessen Sie nicht anzugeben, dass Sie eine Urostomie haben.

Den pH-Wert des Urins kontrollieren
Der pH-Wert gibt an, ob der Urin sauer, neutral oder basisch ist. Bei einem zu hohen pH-Wert besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Normalerweise beträgt der pH-Wert 7. Dieser Wert schwankt je nach Ernährung und aufgenommener Flüssigkeitsmenge.

Mit Teststreifen können Sie den pH-Wert selbst bestimmen.
Für diesen Test sind keine speziellen Bedingungen notwendig, es handelt sich einfach um einen Streifen Indikatorpapier, dass sich je nach pH-Wert verfärbt:

  • unter 7: saurer Urin
  • über 7: basischer Urin
  • pH-Wert zwischen 8 und 9: Sie trinken nicht ausreichend
  • Riecht der Urin stark, ist trüb und konzentriert, dann besteht ein hohes Infektionsrisiko (ein häufig gefundener Erreger ist Proteus mirabilis).
  • Mit ein paar einfachen Massnahmen kann Abhilfe geschaffen werden:
  • Nehmen Sie mehr Flüssigkeit während den Mahlzeiten zu sich (insbesondere bei sehr heissem Wetter).
  • Trinken Sie Pflaumensaft, Heidelbeersaft, Preiselbeersaft und, wenn der pH-Wert weiterhin über 7 ist und Ihr Arzt es befürwortet, nehmen Sie 1 g Vitamin C ein.
  • Verzehren Sie Nahrungsmittel mit einem hohen Proteingehalt und Säureüberschuss (Fleisch, Eier, Fisch, Blumenkohl usw.).
  • Schränken Sie den Verzehr von basisch wirkenden Nahrungsmitteln ein (Orangen, Zitronen, Birnen, Ananas: maximal 4 Früchte pro Tag).
     

Aufrechterhaltung des pH-Werts:
Trinken Sie 2 l mineralstoffarmes Mineralwasser innerhalb von 24 h (keinen Kaffee, Tee, Kräutertee, Wein usw.).

Ratgeber

Beschreibung Dokument Link
Ratgeber Urostomie
pdf (8.2 MB)