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Die tägliche Pflege Ihres Stomas

Ja! Am Anfang brauchen Sie etwas Übung, aber Ihre Stomatherapeutin (ET) oder das Pflegepersonal wird Sie anleiten. Sobald Sie die Versorgung und Pflege Ihres Stomas selbständig ausführen können, gewinnen Sie sehr viel an Unabhängigkeit zurück.

Das Bereitstellen der Materialen und der Versorgungs-Wechsel wird nicht länger als 5 Minuten Zeit beanspruchen.
Für unterwegs ist es praktisch, einen Beutel mit den benötigen Materialen bei sich zu tragen, evtl. zusätzlich mit etwas Ersatz-Kleidern, falls es zu einem kleinen Unglück kommt.

Folgende Materialen brauchen Sie zum Wechsel der Stomaversorgung:

  • eine hochwertige chirurgische Schere, vorzugsweise mit abgerundeten Spitzen
  • einen Rasierer, nur erforderlich bei Haarwuchs rund um das Stoma
  • einen Stift, mit dem Sie das Stoma-Muster auf den neuen Beutel oder Ring zeichnen
  • ein kleiner Spiegel, mit dem Sie den Sitz der Versorgung an der Unterseite des Stomas kontrollieren können
  • einige Abfalltüten
  • Reinigungstücher
  • wenn Sie ein einteiliges System verwenden, einen neuen Beutel
  • wenn Sie ein zweiteiliges System verwenden, einen neuen Beutel und / oder eine neue Basisplatte
  • alle Pasten und Crèmes, sofern Sie welche benutzen
  • eine Wäscheklammer mit der Sie während dem Wechsel der Versorgung Ihre Kleidung hochhalten können

Für die korrekte Entfernung des Beutels bitten wir Sie, die Gebrauchsanleitung zu lesen. Nachfolgend erklären wir aber kurz die wichtigsten Schritte:

  • Lösen Sie den Beutel von oben beginnend, indem Sie vorsichtig die darüber liegende Haut zurückhalten, um eine zu starke Dehnung des Beutels zu vermeiden.
  • Knicken Sie den Beutel einmal in der Mitte bevor Sie ihn wegwerfen (um Gerüche zu reduzieren).
  • Wischen Sie etwaige vorhandene Ausscheidung mit einer trockenen oder leicht angefeuchteten Vlieskompresse oder einem saugfähigen Papier ab (und werfen Sie es in den Müllbeutel).
  • Reinigen Sie den Bereich um das Stoma gründlich mit reichlich warmem Wasser und gehen Sie dabei sehr sorgfältig vor, insbesondere wenn Sie Seife benutzen, da dadurch die Wasserdichtigkeit der Versorgung beeinträchtigt werden könnte. Vermeiden Sie die Verwendung von Desinfektionsmitteln (weder Alkohol, noch Antiseptika oder Farbstoffe), da dadurch die Haut geschädigt und die korrekte Haftung des Beutels beeinträchtigt werden könnte. Benutzen Sie möglichst keine Salben, da diese die Haftung der Hautschutzplatte auf der Haut beeinträchtigen.
  • Tupfen Sie die Haut vollständig trocken (das Anbringen des neuen Beutels oder der neuen Basisplatte muss auf trockener Haut erfolgen) und kleben Sie die neue Versorgung an.

Wenn noch Spuren vom Klebstoff der vorherigen Versorgung vorhanden sind, ist das kein Grund zur Besorgnis, er wird an der neuen Versorgung haften und mit dieser entfernt werden.


Für die korrekte Anbringung des neuen Beutels und / oder der Basisplatte verweisen wir auf die beiliegende Gebrauchsanleitung. Nachfolgend erklären wir jedoch kurz die wichtigsten Schritte:

  • Wenn Sie einen Beutel mit zuschneidbarem Hautschutz verwenden, schneiden Sie bitte den Hautschutz auf die Grösse Ihres Stomas zu. Beachten Sie dabei genau die Mass-Schablone (schneiden Sie nicht über die Begrenzung hinaus). Achten Sie darauf, 1 bis 2 mm um das Stoma herum frei zu lassen.
  • Für das Anbringen eines einteiligen Beutel-Systems ziehen Sie zunächst die Schutzfolie von der neuen Versorgung ab. Kleben Sie die Versorgung sanft von unten nach oben, indem Sie die Hautschutzplatte des Beutels nach oben rollen (Filter nach oben). Massieren Sie den Hautschutz auf die Haut, indem Sie am Stoma beginnen und zu den äusseren Rändern des Hautschutzes bzw. der Basisplatte hinarbeiten, um sicher zu gehen, dass der Beutel korrekt haftet und keine Falten entstehen. Durch die erzeugte Reibungswärme erhöhen Sie gleichzeitig die Haftung.
  • Bei einem zweiteiligen System ziehen Sie zunächst die Schutzfolie von der Basisplatte ab und kleben den Hautschutz dann von unten nach oben fest. Massieren Sie den Ring der Basisplatte um das Stoma, um einen korrekten Sitz zu gewährleisten und damit keine Falten entstehen. Bringen Sie anschliessend den Beutel auf der Basisplatte an.


Tipp:
Haarwuchs um das Stoma kann die Haftung des Beutels oder der Trägerplatte reduzieren und beim Entfernen Schmerzen bereiten. Deshalb wird empfohlen, die Körperbehaarung rund um das Stoma zu entfernen.

Sie sollten das Versorgungs-System in regelmässigen Abständen wechseln. Dies ist immer dann der Fall, wenn der Beutel bis zur Hälfte seines Volumens gefüllt ist, der Aktivkohlefilter erschöpft ist oder eine Undichtigkeit auftritt. Ebenfalls wenn sich die Hautschutzplatte von der Haut löst oder sich ein unangenehmes Hautgefühl unter der Hautschutzplatte einstellt. Wenn Sie eine einteilige Versorgung haben, werden Sie den Beutel alle 1 bis 3 Tage wechseln, das kann individuell auch häufiger der Fall sein. Bei einer zweiteiligen Versorgung (Basisplatte und Beutel) wird der Beutel wie oben beschrieben gewechselt, die Basisplatte wird nach 2 bis 4 Tagen ersetzt.

Natürlich! Mithilfe verschiedener Materialien (Klebeband, Vlies usw.) können Sie Ihren Beutel ganz an Ihre Bedürfnisse anpassen. Im Internet finden Sie Videos und Anleitungen. Suchen Sie nach «Mode + Stoma» oder «Stoma + Anleitung».

Bevor Sie das Krankenhaus verlassen, wird Ihnen die Stomatherapeutin (ET) einen Vorrat an Stomaprodukten geben, der für mindestens eine Woche reicht. Sie erhalten ausserdem spezielle Hinweise, wo Sie weitere Materialien erhalten können. Jede Stomatherapeutin (ET) geht diesbezüglich etwas anders vor. Sobald Ihr Arzt Kenntnis davon hat, was Sie benötigen, kann er Ihnen bei Bedarf ein Wiederholungs-Rezept ausstellen. Bestellen Sie einen neuen Vorrat, sobald Sie die letzte Verpackung anbrechen, damit Ihnen die Beutel nicht ausgehen. Vermeiden Sie aber Vorräte zu horten, sie könnten durch Feuchtigkeit und Temperatur-Schwankungen Schaden nehmen. Bitte wenden Sie sich an Ihre Stomatherapeutin (ET), wenn Schwierigkeiten bei der Versorgung mit den benötigten Stoma-Materialien auftreten. Sie erhalten alles was Sie brauchen beim spezialisierten Fachhandel oder in der Apotheke.

Hinweis:
Sie können sich zum Ausprobieren Muster der unterschiedlichen Versorgungen zukommen zu lassen. Ihre Stomatherapeutin (ET) kann Ihnen die Telefonnummern von Herstellern geben (oder deren E-Mail-Adresse für eine Bestellung im Internet). Geben Sie an, welchen Stomatyp Sie haben, man wird Ihnen entsprechende Muster zusenden. Notieren Sie sich beim ausprobieren, welche Beutel Sie mögen und welche nicht. Wenn Sie sich für eine neue Versorgung entscheiden, rufen Sie einfach Ihre Stomatherapeutin (ET) an, damit Sie Ihnen die Bestellinformationen gibt.

Die aktuell verfügbaren Stoma-Versorgungs-Produkte sind nicht biologisch abbaubar, daher dürfen sie nicht in die Toilette oder irgendwo im Freien entsorgt werden. Benutzte Beutel können Sie in eine Tüte geben, die Sie möglichst luftdicht verschliessen sollten, anschliessend werfen Sie diese in den Hausmüll. Es ist ratsam, Ausstreifbeutel vor der Entsorgung zu entleeren.

Wenn Sie die folgenden Schritte befolgen, können Sie Rötungen und Reizungen der Haut rund um das Stoma vorbeugen:

  • Reinigen Sie Ihr Stoma mit Wasser und Seife (pH-neutrale, unparfümierte Seife). Verwenden Sie keine Desinfektionsmittel oder Alkohol.
  • Falls sie Allergien haben, informieren Sie Ihre Stomatherapeutin (ET).
  • Sie können auch spezielle Hautschutzprodukte wie Askina® Barrier Film von B. Braun verwenden.


Hinweis:
Wenn es zu einer Rötung oder Juckreiz kommt, wenden Sie sich bitte an Ihre Stomatherapeutin (ET).

Nahrungsmittel und Getränke

Ja! Im ersten Monat nach der Operation leiden Sie vielleicht unter Appetitlosigkeit. Oft sind die Geschmacks-Knospen daran schuld, dass das Essen anders schmeckt. Infolgedessen können manche Menschen nicht mehr das essen oder trinken, was ihnen sonst immer geschmeckt hat. Keine Sorge, das hält im Normalfall nicht lange an.


Folgende Tipps können vielleicht Abhilfe schaffen:

  • Trinken Sie! Achten Sie auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr.
  • Essen Sie kleinere Mahlzeiten als zuvor, aber dafür öfter.
  • Probieren Sie ab und zu eine neue Frucht oder ein neues Gemüse und beobachten Sie, wie es Ihnen bekommt.
  • Schälen Sie die Früchte am Anfang.
  • Wenn Ihnen ein Nahrungsmittel nicht schmeckt, verzichten Sie etwa einen Monat lang darauf, ehe Sie es erneut probieren.
  • Wenn es Ihnen dann immer noch nicht bekommt, Sie es aber gerne essen möchten, sollten Sie eine andere Zubereitungsart ausprobieren (gekocht oder gedünstet).


Nach einiger Zeit sollten Sie in der Lage sein, die meisten Nahrungsmittel, die Ihnen vor der Operation geschmeckt haben, wieder geniessen zu können. Einige Menschen können sogar Nahrungsmittel zu sich nehmen, die sie jahrelang nicht essen konnten!

Tipp:
Denken Sie daran, dass Nahrungsmittel, die Ihnen vor der Operation Blähungen verursacht haben, den gleichen Effekt auch danach haben werden. 

Sie müssen sich an keine spezielle Diät halten. Es ist nur wichtig, dass Sie sich gesund ernähren. Natürlich darf man nicht vergessen, dass jeder Mensch anders ist. Es folgen ein paar einfache Richtlinien für einen täglichen, gesunden und ausgewogenen Speiseplan:

  • Beginnen Sie mit kleinen Portionen, die Sie allmählich steigern, bis Sie wieder Ihre üblichen Portionen essen können.
  • Alle 3 Stunden (zum Beispiel) etwas zu essen kann besser sein als drei grosse Mahlzeiten.
  • Entspannen Sie sich beim Essen, sitzen Sie aufrecht, essen Sie langsam und kauen Sie gründlich bei geschlossenem Mund. Vermeiden Sie ausserdem während des Essens zu sprechen, um Blähungen zu reduzieren.
  • Nehmen Sie ballaststoffreiche Nahrungsmittel in Ihren Speiseplan auf (Vollkornbrot, Bananen usw.).
  • Trinken Sie! Trinken Sie mindestens 1,5 l täglich Wasser, Tee usw. Wenn Sie unter Verstopfung leiden, sollten Sie unbedingt die Flüssigkeitszufuhr steigern.
  • Bestimmte Zutaten oder Nahrungsmittel können dazu beitragen, Gerüche zu reduzieren bzw. zu kontrollieren. Dazu zählen Joghurt, Pfefferminze, Wasser und Petersilie.
  • Vermeiden Sie Nahrungsmittel, die zu Durchfall führen können wie stark gewürzte oder fettige Speisen, nicht durchgegartes Gemüse usw.
  • Vermeiden Sie Nahrungsmittel und Getränke, die Blähungen verursachen können wie Bier, Most, Bohnen, Brokkoli, Kohl und Milchprodukte.
  • Vermeiden Sie Nahrungsmittel, die schlechte Gerüche verursachen können wie Bohnen, Brokkoli oder Kohl.
     

Tipp:
Wenn Sie unter sehr hartem Stuhl leiden, können eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr und / oder der Verzehr von mehr Obst und Gemüse hilfreich sein.
Wenn Sie z.B. aufgrund einer Antibiotika-Therapie, Stress, einer Darmentzündung, Nahrungsmittelvergiftung, Chemotherapie oder Strahlentherapie unter Durchfall leiden, kann sich eine Einschränkung des Obst- und Gemüseverzehrs günstig auswirken.

Falls die Verstopfung oder der Durchfall anhält, sollten Sie Ihren Arzt und / oder Ihre Stomatherapeutin (ET) konsultieren.

Ja! Aufgrund Ihrer Ileostomie müssen Sie mehr trinken, da Ihr Dünndarm nicht mehr so viel Flüssigkeit rückresorbiert wie er eigentlich sollte. Um diesen Verlust auszugleichen, sollten Sie am Tag durchschnittlich etwa 1,5 - 2 Liter Flüssigkeit trinken.

Hinweis: 
Bei höheren Temperaturen sollten Sie darauf achten, Ihre Flüssigkeitszufuhr zu steigern.

Wenn Sie unter Durchfall leiden:

  • Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung Ihres Körpers! Trinken Sie ein Glas Wasser pro Stunde.
  • Verzichten Sie über 24 Stunden auf Milchprodukte.
  • Wenn der Durchfall nachlässt, essen Sie ungewürzte Nahrungsmittel wie Cracker oder Toastbrot.
  • Beginnen Sie allmählich wieder mit Nahrungsmitteln wie weissem Reis.
  • Nehmen Sie Speisen mit geringem Ballaststoffgehalt zu sich. 


Wenn Sie unter Verstopfung leiden:

  • Trinken Sie mindestens 2 Liter pro Tag.
    Tipp: Trinken Sie ein Glas kaltes Wasser auf nüchternen Magen, um die Darmbewegungen anzukurbeln. Trinken Sie unverdünnten Fruchtsaft wie z.B. kalten Grapefruit-, Orangen-, Apfel- oder Pflaumensaft am Morgen auf leeren Magen.
  • Verzichten Sie auf Reis und gekochte Karotten.
  • Vermeiden Sie Tee und Kaffee, da das darin enthaltene Koffein den Körper dehydriert und Verstopfung nach sich ziehen kann.
  • Zitrusfrüchte und Kiwis können die Darmentleerung fördern.
  • Treiben Sie Sport.

Nehmen Sie KEINE Abführmittel ein, ohne zuvor mit Ihrem Arzt oder Ihrer Stomatherapeutin (ET) zu sprechen. 

 

Wenn Sie unter Blähungen leiden:

  • Vermeiden Sie Nahrungsmittel wie getrocknetes Gemüse, Bohnen, Kichererbsen, Erbsen, Vollkornbrot usw.
  • Essen Sie ganz in Ruhe zu regelmässigen Zeiten. Kauen Sie gründlich, trinken Sie ausreichend (vorzugsweise zwischen den Mahlzeiten) und vermeiden Sie Limonaden.
    Tipp: Wenn Sie gerne Limonade trinken, sollten Sie sie vor dem Trinken mit einem Löffel umrühren, um die Kohlensäure zu reduzieren.

 

Hält eines der genannten Symptome an, müssen Sie Ihren Arzt oder Ihre Stomatherapeutin (ET) kontaktieren, man wird Ihnen dann ein entsprechendes Medikament verschreiben.

Alltag / wieder zu Hause

Sie werden sich zu Hause anfänglich etwas müde fühlen. Machen Sie jeden Nachmittag eine Ruhepause. Wenn Sie wieder anfangen aktiv zu sein und körperliche Bewegung möchten, ist es ratsam vorsichtig zu starten, zum Beispiel tägliche Spaziergänge zu machen. Auch Schwimmen ist gut geeignet. Wenn Sie gerne Ihre Haushaltarbeit erledigen möchten, dann beginnen Sie mit den leichteren Aufgaben und legen Sie regelmässige Pausen ein.
Ihre Stomatherapeutin (ET) kann Ihnen weitere Ratschläge geben.

Sie fahren, wenn Sie sich wieder wohl fühlen und die Durchführung einer Notbremsung Ihre Bauchmuskeln oder Wunde nicht mehr verletzen kann. Dies kann bis zu 8 Wochen dauern. Beginnen Sie mit einer kurzen Strecke oder bitten Sie einen anderen Autofahrer, Sie zu begleiten. Dies zur Sicherheit, falls Sie sich nicht in der Lage fühlen sollten, alleine weiter zu fahren oder Sie sich irgendwie unwohl fühlen. Wenn Sie diesbezüglich Bedenken haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder an Ihre Stomatherapeutin (ET).

Da die Versorgung komplett wasserfest ist, können Sie duschen oder baden. Denken Sie daran, dass sich heisses Wasser negativ auf die Haftfähigkeit des Hautschutzes (einteiliges System) oder der Trägerplatte (zweiteiliges System) auswirken kann.

Wenn Sie sich entschliessen, den Beutel anzubehalten, sollten Sie nicht vergessen den Filter abzudecken, damit seine Effektivität keinen Schaden nimmt. Bitte beachten Sie, dass es beim duschen oder baden ohne Beutel möglicherweise zu einem unkontrollierten Stuhlabgang kommen kann. Verwenden Sie kein Duschgel, Badeschaum oder ähnliches, da diese Produkte einen Fettfilm auf der Haut hinterlassen, so dass die Versorgung dann schlechter haftet. Die Folge können auch Reizungen der Haut sein.

Wählen Sie pH-neutrale Produkte, vorzugsweise ohne Duft- und Farbstoffe.

So wie Sie mit Ihrem Beutel Duschen oder Baden können, genauso einfach können Sie im Schwimmbad, im See oder Meer schwimmen gehen. Sie brauchen keine Angst vor Undichtigkeiten zu haben. Vermeiden Sie, länger als 30 Minuten am Stück im Wasser zu sein. Kleben Sie den Filter des Beutels ab.

Je nachdem, was der Grund für Ihre Operation war, werden Ihre Gefühle Achterbahn fahren. Manchmal wird Ihnen grundlos nach Weinen zumute sein, insbesondere in den ersten Wochen nach der Operation. Es ist wichtig, dass Sie mit jemandem sprechen können, zu dem Sie Vertrauen haben und der Ihnen hilft, mit der Situation fertig zu werden. Geben Sie nicht auf, wenn Sie nicht auf Anhieb die richtige Person finden. Es gibt eine Menge Menschen, die Ihnen helfen können und denken Sie immer daran, Sie sind es wert! Scheuen Sie sich nicht, über Foren oder Selbsthilfegruppen wie z.B. die Ilco, Kontakt zu anderen Stromatragenden aufzunehmen.

Durch Ihr Stoma sieht Ihr Körper plötzlich verändert aus und er arbeitet nicht mehr wie früher. Es wird Zeiten geben, in denen es Ihnen schwer fällt mit dieser Situation umzugehen. Unter Umständen werden Sie Wut darüber empfinden, dass Sie ein Stoma haben, und vielleicht denken Sie, nie mehr ein „normales“ Leben führen zu können. Während diesen ersten Wochen werden Sie vermutlich an nichts anderes denken können als an das Stoma. Sie werden sich vielleicht fragen «wird es so für den Rest meines Lebens sein?». Aber mit der Zeit wird Ihnen Ihr Beutel wahrscheinlich gar nicht mehr auffallen. Es ist normal, dass Sie Ekel empfinden, wenn Sie mit den Ausscheidungen aus Ihrem Stoma umgehen müssen. Die meisten Menschen sind so einen engen Kontakt mit ihren Körperfunktionen nicht gewohnt. Es kann daher eine Weile dauern, bis Sie damit vertraut sind. Sprechen Sie mit Ihrer Stomatherapeutin (ET) oder einem anderen Stomatragenden, der Ihre Gefühle versteht und möglicherweise nützliche Tipps für Sie hat wie Sie diesen Problemen begegnen können.

Wenn Sie einen Partner haben, ist auch er wahrscheinlich besorgt und fühlt sich durch all das, was mit Ihnen geschieht, gefühlsmässig belastet. Unter Umständen macht sich Ihr Partner sogar grössere Sorgen als Sie und braucht ebenfalls Unterstützung. Die Stomatherapeutin (ET) kann ein Gespräch mit Ihrem Partner einplanen, entweder während Sie noch im Krankenhaus oder bereits wieder zu Hause sind.

Ein Phantomrektum ist vergleichbar mit einem Phantomglied, das Menschen mit Amputationen erleben. Es beschreibt das Gefühl, der amputierte Körperteil sei noch vorhanden. Wenn Sie ein Gefühl von Stuhldrang wie vor dem chirurgischen Eingriff haben, ist das völlig normal. Das kann auch noch Jahre nach der Operation auftreten.

Wenn das Rektum nicht entfernt wurde, spüren Sie dieses Gefühl unter Umständen und es kann sein, dass Sie etwas Schleim ausscheiden, wenn Sie auf der Toilette sind.
Einige Menschen, denen der Mastdarm entfernt wurde, haben berichtet, dass es ihnen grosse Erleichterung verschaffte, wenn sie sich auf die Toilette gesetzt und einfach so getan haben, als hätten sie Stuhlgang.

Es ist durchaus möglich, Sport zu treiben und einen gesunden Lebensstil zu führen. Für Ihre Gesundung ist dies sogar ausserordentlich förderlich und trägt dazu bei, dass Sie Ihr Selbstvertrauen zurückgewinnen.
Allerdings müssen Sie langsam beginnen und die sportlichen Aktivitäten allmählich steigern, um Ihr Stoma keiner übermässigen Belastung auszusetzen. Dies gilt insbesondere für die Zeit kurz nach der Operation. Vermeiden Sie das Heben von schweren Gegenständen, da Ihre Bauchmuskulatur ebenfalls durch das Stoma geschwächt ist.

Schwimmen, Radfahren, Wandern, Skifahren und Reiten sind ausgesprochen empfehlenswert. Vermeiden Sie aber alle Sportarten, die die Bauchmuskulatur stark belasten wie Gewichtheben, Rudern, Kampfsportarten oder Eishockey, da es zu Verletzungen Ihres Stomas kommen könnte.
Nichtsdestotrotz sollten Sie sich aber den Sportarten widmen, die Ihnen Spass machen.

Tipp:
Für manche Betroffene ist es hilfreich, zur Unterstützung einen Stomagürtel oder eine Stomabandage zu tragen.

Ein Stoma ist kein Hinderungsgrund zu Reisen, aber Sie sollten einige Vorbereitungen treffen, damit Ihre Reise zu einem angenehmen Erlebnis wird. Bei Ihrer ersten Reise nach Ihrer Operation, sollten Sie besonders umsichtig vorgehen. Verreisen Sie zunächst nur über ein Wochenende oder besuchen Sie einen Ort, den Sie schon kennen und wo Sie sich leicht entspannen können.
Wichtigstes Ziel dieses ersten Urlaubs ist es, Ihr Selbstvertrauen wieder aufzubauen!

Wenn Sie einige einfache Regeln beachten, können Sie mit einem ruhigen Gefühl in Urlaub fahren:

  • Schliessen Sie eine Reiseversicherung ab, die auch bestehende Krankheiten abdeckt.
  • Achten Sie darauf, dass in Ihrer Unterkunft zweckmässige Toiletteneinrichtungen vorhanden sind.
  • Planen Sie unterwegs eine günstige Möglichkeit für ein Entleeren oder Wechseln der Versorgung ein.
  • Wenn Sie einen längeren Aufenthalt planen, schicken Sie die Stoma-Versorungs-Produkte im Voraus an Ihren Zielort oder lassen Sie sich diese direkt dorthin liefern.
  • Mini-Beutel sind praktisch beim Schwimmen und Sonnenbaden. Zu den meisten Standard-Beuteln gibt es auch eine Mini-Version, die Ihren Bedürfnissen gerecht werden wird. Sprechen Sie mit Ihrer Stomatherapeutin (ET), sie wird Ihnen weitere Ratschläge geben.
  • Nehmen Sie einen Teil Ihres Vorrats ins Handgepäck, für den Fall dass Ihr Koffer verloren geht.
  • Vermeiden Sie alkoholische Getränke und Getränke mit Kohlensäure während des Flugs, trinken Sie stattdessen ausreichend Wasser.
  • Um eine übermässige Gasbildung zu vermeiden, sollten Sie vor dem Flug täglich Joghurt essen und hefehaltige Nahrungsmittel vermeiden.
  • Wenn das Wasser vor Ort nicht getrunken werden kann, sollten Sie auf Salate und Eiswürfel in Getränken verzichten.


Stellen Sie sich ein Set für die Handtasche zusammen:

  • Schere
  • ein neuer Beutel (am besten schon auf Ihre aktuelle Grösse zugeschnitten)
  • eine Abfalltüte und einige Tücher
  • eine Wäscheklammer, mit der Sie Ihre Kleidung hochhalten können, während Sie die Versorgung wechseln
  • ein kleines Päckchen mit Feuchttüchern (für den Fall, dass kein Wasser zur Verfügung steht)
  • Hautschutz-Produkt (sofern verwendet)

 

Tipp:
Für Reisen mit dem Flugzeug kann es hilfreich sein, einen Patienten-Ausweis mitzuführen. Dies erleichtert die Gepäckabfertigung deutlich. Sie können Ihren persönlichen Patienten-Ausweis bei der Firma B. Braun Medical AG anfordern.

Ja! In der ersten Zeit nach der Operation werden Sie sich aber in lockerer Kleidung wahrscheinlich am wohlsten fühlen, da Ihr Bauch noch geschwollen ist und Sie sich möglicherweise noch etwas wund fühlen. Dies lässt im Verlauf der ersten Monate allmählich nach. Dann können Sie wieder alles tragen, was Ihnen gefällt, da sich der Beutel diskret unter Ihrer Kleidung verbirgt. Wenn Sie die ersten Male wieder ausgehen, werden Sie sich eventuell ein wenig befangen fühlen. Aber keine Sorge das ist völlig normal! In dem Mass wie Sie zu Ihrem gewohnten Lebensstil zurückkehren, wird dieses Gefühl allmählich nachlassen. Sie können sich einen Gürtel nach Mass anfertigen lassen. Dann sollten Sie wieder in der Lage sein, enge Kleidung und Badebekleidung zu tragen. Bitten Sie Ihre Stomatherapeutin (ET) um Rat, welcher Mini-Beutel am besten zu Ihnen passt.

Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrer Stomatherapeutin (ET) vor der Operation über ihre Vorlieben oder andere Fragen im Zusammenhang mit der Kleidung zu sprechen. Wenn die Operation notfallmässig durchgeführt wurde oder wenn die Stelle für Ihr Stoma vor der Operation nicht markiert wurde, sind möglicherweise einige geringfügige Anpassungen an die Taille erforderlich. Auch diesbezüglich können Sie Ihre Stomatherapeutin (ET) um Rat fragen.

Ihr Stoma ist kein Grund, nicht wieder arbeiten zu gehen (ausser Ihr Arzt oder die Stomatherapeutin (ET) bitten Sie aus einem bestimmten Grund, dies zu unterlassen). Bevor Sie wieder zur Arbeit gehen, sollten Sie sich Gedanken zu einigen praktischen Dingen machen. Überlegen Sie zum Beispiel, wie Sie auf der Toilette bei Ihrer Arbeitsstelle Ihren Beutel wechseln oder entleeren können. Überlegen Sie, wieviel Zeit Sie benötigen, welche Materialien Sie brauchen und schauen Sie, ob es eine bestimmte Toilette gibt, die für Ihre Zwecke besser geeignet ist als andere (eine Toilette, die vielleicht etwas grösser ist oder mit einem Haken an der Tür, einem Regal oder einem Fenster oder einfach eine Toilette, die etwas seltener benutzt wird). Wenn Sie eine weite Anfahrt zu Ihrer Arbeitsstelle haben, machen Sie sich Gedanken, ob es unterwegs eine Toilette gibt, damit Sie ggf. Ihren Beutel entleeren können. Dies hilft Ihnen, Stress und Hektik zu vermeiden und Ängste abzubauen. Machen Sie sich auch darüber Gedanken, wem Sie etwas von Ihrem Stoma erzählen und wie viel Informationen Sie preisgeben möchten. Denken Sie aber daran, dass es für Sie und für Ihren Arbeitgeber von Vorteil ist, entsprechend informiert zu werden. 

Bereitet Ihnen der Gedanke an die Arbeit Sorgen, fragen Sie Ihren Arbeitgeber, ob Sie zunächst in Teilzeit wieder einsteigen können. Besprechen Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber, was Ihren Bedürfnissen am besten entspricht. Je nachdem, welcher Operation Sie sich unterziehen mussten und wie sich die berufliche Situation gestaltet, sind die meisten Menschen in der Lage, ihre frühere Tätigkeit innerhalb von drei Monaten wieder aufzunehmen.

Bevor Sie wieder zur Arbeit gehen, sollten Sie ein Gespräch mit der in Ihrem Betrieb für gesundheitliche Belange zuständigen Person führen, damit gewährleistet ist, dass Ihre Tätigkeit keine negativen Auswirkungen auf Ihr Stoma mit sich führt (z.B. körperlich anstrengende Arbeit, Arbeitsplatz).

Die Versorgung ist so gestaltet, dass sie von aussen nicht erkennbar ist. Dank des Filters besteht keine Gefahr, dass Gerüche austreten und die Dichtung des Beutels ist sicher, so dass es nicht zu Undichtigkeiten kommen kann. Um sicher zu gehen, sollten Sie Nahrungsmittel vermeiden, die Blähungen verursachen. Wenn Sie Ihr Stoma irrigieren, können Sie auch eine Stomakappe verwenden. Nehmen Sie immer Ersatzmaterialien wie einen Extra-Beutel, ein Reinigungstuch oder Taschentuch und eine Plastiktüte mit.

Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass Filmtabletten oder Kapseln, die den Wirkstoff zeitverzögert abgeben, manchmal als Ganzes in den Beutel ausgeschieden werden. Das bedeutet in den meisten Fällen, dass der Wirkstoff nicht in Ihren Körper gelangt ist. Wenn Sie so etwas bemerken, sollten Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker sprechen. Es gibt vielleicht ein anderes Medikament, das Sie einnehmen können, um sicher zu stellen, dass der Wirkstoff vom Organismus aufgenommen wird. Flüssige oder gelförmige Medikamente werden in der Regel rascher resorbiert und sind für Sie wahrscheinlich besser geeignet.

Familie, Verwandte und Sexualität

Kinder müssen vor allem Vertrauen spüren. Sprechen Sie mit ihnen und erklären Sie die Situation in einfachen Worten. Sie sollten nicht das Gefühl haben, dass ihnen etwas verheimlicht wird, denn das, was sich dann in ihrer Vorstellung abspielt, ist häufig sehr viel schlimmer als die Wirklichkeit.

Wenn Sie Ihren Kindern sagen, dass Sie ein Stoma haben, heisst das nicht gleichzeitig, dass Sie es ihnen auch zeigen müssen. Was Verwandte betrifft, liegt es an Ihnen zu entscheiden, ob Sie mit ihnen darüber sprechen möchten. Sie sind die betroffene Person, die mit einem Stoma lebt. Es ist Ihre Entscheidung darüber zu sprechen oder nicht. Bei einigen Leuten wird es Ihnen leicht fallen, bei anderen weniger. Sprechen Sie ruhig und offen mit Ihrem Partner über Ihre Ileostomie, um Ängste abzubauen.

Vergessen Sie nicht, dass Sie sich einem schwerwiegenden, chirurgischen Eingriff unterziehen mussten. Da ist es völlig normal, dass Sie in Bezug auf die mögliche Reaktion Ihres Partners auf Ihr Stoma verunsichert sind. Es dauert seine Zeit bis sich Ihr Körper erholt hat und bis Sie sich an die Veränderungen gewöhnt haben. Körperlich sind Sie möglicherweise eine Weile nicht in der Lage, sich zu entspannen und eine intime Beziehung zu geniessen. Das hängt auch davon ab, wie lange Sie vor der Operation krank waren, vom Ausmass der Operation und von der Notwendigkeit anderer Therapie-Massnahmen. Obwohl dies vollkommen normal ist, kann eine verminderte Libido zu Verunsicherung bei beiden Partnern führen. Es ist deshalb ganz entscheidend, dass Sie miteinander reden, damit keine Missverständnisse aufkommen.

Wenn das Vorhandensein des Beutels ein Problem für Sie darstellt, können Sie sich mit Ihrer Stomatherapeutin (ET) besprechen. Sie wird Ihnen unterschiedliche Alternativen vorschlagen, eine davon wird sicher die richtige für Sie sein. Sie können auch das Aussehen des Beutels verändern, indem Sie einen individuellen Beutel für Ihre Bedürfnisse gestalten.

Führen Sie ein offenes Gespräch über alle Probleme im Einzelnen mit Ihrer Stomatherapeutin (ET), nur dann kann sie Ihnen helfen. Sie kann Ihnen mit Ratschlägen in unterschiedlicher Form zur Seite stehen und eine praktische Lösung vorschlagen, wie beispielsweise eine andere Position beim Geschlechtsverkehr einzunehmen oder die Verwendung eines Gleitmittels, wenn Trockenheit oder leichte Schmerzen hinter den Problemen stecken. Sie kann Sie darüber hinaus an andere Spezialisten überweisen, wenn sie der Ansicht ist, dass Ihnen dort geholfen werden kann. Des Weiteren können Sie sich an Einrichtungen wie die psychosexuelle Beratung wenden.

Wenn Sie derzeit Single sind, sich aber Sorgen machen wie Sie im Falle einer zukünftigen Partnerschaft über Ihr Stoma sprechen sollen, können Sie das mit Ihrer Stomatherapeutin (ET) besprechen oder sich mit einem Mitglied Ihrer Selbsthilfegruppe austauschen. Diese Zeit kann viele Verunsicherungen mit sich bringen. Wir können Ihnen zwar auf dieser Website keine individuellen Ratschläge geben, aber Ihre Stomatherapeutin (ET) ist immer für Sie da, um alles im Einzelnen mit Ihnen zu besprechen.

Natürlich! Kontrollieren Sie zuvor einfach die Dichtigkeit an Ihrem Beutel, und denken Sie daran, ihn gegebenenfalls zu wechseln, bevor Sie zu Bett gehen.
Am Anfang werden Sie sich wahrscheinlich vor allem fragen wie Sie sich legen sollen. Auf welche Seite? Nach und nach werden Sie das Vertrauen in sich selbst zurückgewinnen und die Zeit zum Schlafengehen wird nicht mehr gleichbedeutend mit Angst und Verunsicherung sein, sondern verbunden mit der Vorfreude auf intime Momente.

Unter Umständen können Sie die Verhütungsmethode, die Sie vor dem chirurgischen Eingriff angewendet haben, nicht mehr weiter benutzen. Bei Verwendung von oralen Kontrazeptiva (die «Pille») gelangt jetzt möglicherweise nicht mehr die vollständig Dosis in Ihren Körper. Sie sollten mit Ihrer Stomatherapeutin (ET) über geeignete Verhütungsmethoden nach dem chirurgischen Eingriff nachdenken.

Eine Ileostomie ist für eine Frau kein Hinderungsgrund schwanger zu werden und zu gebären. Viele Frauen haben nach Ihrer Stoma-Operation eine unkomplizierte Schwangerschaft erlebt und erfolgreich ein Kind zu Welt gebracht. Sogar die Geburt von mehreren Kindern nach Anlage eines Stomas ist keine Seltenheit. Es ist allerdings ratsam, nach der Operation etwa ein Jahr mit der Familienplanung zu warten. So hat die Wunde ausreichend Zeit auszuheilen und Sie können sich psychisch und physisch von der Operation erholen.

Wenn Ihnen irgendetwas Sorgen bereitet, wenden Sie sich an Ihre Stomatherapeutin (ET).