Häufig gestelle Fragen zur Urostomie Hier finden Sie Antworten

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Medizinische Fragen zur Ureterokutaneostomie (mit Katheter)

Bei einer Urostomie besteht praktisch ein ständiger Urinfluss, insbesondere nachdem man getrunken hat. Wenn möglich sollten Sie Ihre Versorgung am Morgen vor dem Frühstück wechseln.

 

  • Waschen Sie sich die Hände.
  • Legen Sie sich folgende Materialien auf einem Handtuch bereit:
         - eine neue Basisplatte und einen frischen Beutel, wenn Sie ein zweiteiliges System verwenden resp. einen frischen Beutel, wenn Sie ein einteiliges System verwenden
        - einige feuchte Vlieskompressen (Sie können zum Anfeuchten Leitungswasser nehmen)    
        - einige trockene Kompressen
  • Nehmen Sie den benutzten Beutel von oben nach unten ab und halten Sie dabei den Katheter in einer Hand, damit er nicht tropft. Im Fall eines zweiteiligen Systems entfernen Sie die Basisplatte auf die gleiche Weise (nachdem Sie zunächst den benutzten Beutel abgenommen haben).
  • Bei starkem Haarwuchs um das Stoma sollten Sie die Haare entfernen (vermeiden Sie die Verwendung einer Schere oder von Enthaarungscremes). Am besten benutzen Sie einen Einmalrasierer. 
  • Halten Sie den Katheter in einer Hand und mit der anderen waschen Sie die Haut rund um das Stoma mit lauwarmen Wasser. Trocknen Sie die Haut sorgfältig (verwenden Sie keinen Haarfön, es könnte zu Verbrennungen kommen).
  • Führen Sie den Katheter rasch in die Öffnung der Unterlage oder den Beutel ein (schneiden Sie ihn nicht ab, da die Grösse des Harnleiters der vorgeschnittenen Öffnung entspricht).
  • Dehnen Sie die Haut gut und achten Sie darauf, dass sich keine Falten bilden.
  • Der Katheter darf nicht in die Rücklaufsperre gelangen; er muss im oberen Bereich des Beutels verbleiben.

Der Katheter kann von aussen leicht mit Wasser gereinigt werden, passen Sie aber auf die Befestigung auf.

Was kann ich tun, wenn mein Katheter verstopft ist?

Das kann passieren, wenn Sie nicht ausreichend trinken; dann ist der Urin salzig, konzentriert und enthält Ablagerungen, ausserdem kann es zu Blut im Urin (Hämaturie) kommen. Sie werden bemerken, dass der Urinfluss nachlässt und Sie Schmerzen in den Nieren bekommen. Der Katheter muss mit sterilem Wasser gespült werden, was nur von einer qualifizierten Fachkraft durchgeführt werden darf. Bitte kontaktieren Se Ihren Arzt oder en Urologen.

Was kann ich tun, wenn mein Urinkatheter abgeht?

Keine Panik, behalten Sie Ihre übliche Routine bei und vereinbaren Sie schnellstmöglich einen Termin bei Ihrem Urologen, um den Katheter wieder einsetzen zu lassen. Vermeiden Sie, allzu viel zu trinken. Wenn der Urin nicht mehr ausgeleitet wird, kann es zu einer schmerzhaften Vergrösserung der Nieren kommen.

Wie oft sollte der Katheter gewechselt werden und wer ist dafür zuständig?

Der Katheter kann entweder durch einen Arzt oder dem Urologen gewechselt werden.
Wie oft er auszutauschen ist, hängt vom Material ab, aber im Allgemeinen alle 4 bis 6 Wochen oder auch öfter. Der Katheter-Austausch wird auf jeden Fall immer geplant und Sie erhalten einen Termin dafür.

Gibt es ein Kontaminationsrisiko durch den Katheter?

Wenn er die Rücklaufsperre des Beutels nicht passiert: nein. Das heisst er muss im oberen Bereich sein, so dass der Urin nicht in die Nieren zurückfliessen kann. Wenn aber der Katheter in den gesammelten Urin ragt, kann Urin in die Nieren zurückfliessen und zu einer Niereninfektion führen!

Hinweis:
Keinesfalls darf irgendetwas in den Katheter injiziert werden, insbesondere keine unsterilen Materialien! Ihre Aufgabe ist es, die Versorgung zu wechseln und für eine hygienische Handhabung zu sorgen; alles was mit dem Katheter zu tun ist, wird von dem Arzt oder Urologen erledigt.

Medizinische Fragen zum Ileumconduit (Bricker)

Wenn Sie nach Hause kommen, sieht Ihr Stoma aus wie eine Erdbeere aus dem Gewächshaus, da sie von einer Schwellung umgeben ist. Nach ein paar Wochen wird es kleiner und erreicht schlieslich seine endgültige Grösse und Form (in der Regeln nach zwei Monaten). Sie werden aufgrund der veränderten Grösse die Öffnung der Hautschutzplatte anpassen müssen (1 bis 2 mm um das Stoma).

Verwechseln Sie diesen Zustand nicht mit einer Stenose (Verengung)!

Bei einer Stenose kommt es zu einer abnormalen Schrumpfung des Stomas (die Haut beginnt den Darm zu überdecken, Sie können nur einen einzigen Punkt sehen und der Urin wird unter Druck herausgepresst). Dies ist ungewöhnlich und wenn dieser Fall eintritt, müssen Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Ursache für eine Stenose können zum Beispiel Kristalle im Urin sein. 

Wenn bei Ihnen ein Bricker-Verfahren vorgenommen wurde, kommt Schleim am Anfang in grossen Mengen vor. Der Urin enthält eiweissartige Ablagerungen und erinnert in seinem Aussehen an Schnee. Ausserdem hat er einen speziellen Geruch.
Das ist normal. Das Darmsegment lebt und sondert weiterhin Schleim ab, welcher ungefährliche Darmkeime enthält. Sofern kein hohes Fieber auftritt und sich Ihr Gesundheitszustand nicht verschlechtert, ist keine Behandlung erforderlich.
Die Schleimmenge geht zurück und verschwindet manchmal nach einigen Monaten vollständig, jedoch kann immer Schleim vorhanden sein, auch wenn er mit dem blossen Auge nicht sichtbar ist.

 

Bei einem Prolaps schiebt sich ein Teil oder das ganze Darmsegment nach aussen. Dies kann spontan oder infolge einer unbeabsichtigten Belastung geschehen.
Ein Prolaps sieht zwar ungewöhnlich aus, ist aber harmlos. Achten Sie aber darauf, das Darmsegment bei der Pflege bzw. mit der Versorgung nicht zu verletzen und wenden Sie sich an Ihren Arzt, um eine chirurgische Korrektur in die Wege zu leiten. 

Um das Stoma herum kommt es bisweilen zu einer mehr oder weniger ausgeprägten Vorwölbung, die entweder Probleme mit der Versorgung (Leckage) oder ein ästhetisches Problem (unter der Kleidung sichtbar) darstellt.
Eine solche «Hernie» kann durch das Tragen eines speziellen «Stomagürtels» korrigiert werden, unter Umständen ist eine chirurgische Korrektur erforderlich. 

Fragen im Zusammenhang mit dem Urin

Versuchen Sie zunächst die Ursache herauszufinden:

  • Ist Ihre Trägerplatte oder Ihr Beutel richtig positioniert?
  • Ist die Hautschutzplatte ordnungsgemäss an die Grösse und Form Ihres Stomas angepasst? (+ 2 mm)
  • Haben Sie Ihre Haut sorgfältig abgetrocknet, bevor Sie die Trägerplatte angelegt haben?
  • Besteht starker Haarwuchs rund um das Stoma, der Ihnen Beschwerden bereitet?
  • Ist möglicherweise Urin zwischen Haut und Versorgung getropft?
  • Haben Sie möglicherweise den Hautschutz mit den Fingern berührt?
  • Haben Trägerplatte oder Beutel durch unsachgemässe Lagerung Schaden genommen?
  • Achten Sie auf Temperaturschwankungen (die Materialien müssen in der Originalverpackung in einem trockenen Raum bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden).
  • Könnte es durch die Pflege mit einem Produkt zu einer Reizung oder Trockenheit der Haut gekommen sein, so dass die Versorgung schlecht haftet?
  • War die Trägerplatte zu lange angelegt oder war sie gebraucht?
  • Hat Ihr Urin gerade einen zu hohen oder niedrigen pH-Wert (zu sauer oder zu basisch, siehe Frage zu Harnwegsinfektionen), so dass er die Funktion der Trägerplatte nach kurzer Zeit beeinträchtigen könnte?
  • Liegt Ihr Stoma in einer Hautfalte oder an einer unebenen Stelle?

Tipp:
Wenn eines oder mehrere dieser Kriterien zutreffen, müssen Sie Ihre Pflegegewohnheiten neu anpassen.
Wenn die Undichtigkeit anhält, wenden Sie sich bitte an Ihre Stomatherapeutin (ET), diese kann Sie beraten und Ihnen gegebenenfalls dabei helfen, Ihre Versorgung zu wechseln.

Nein. Trüber Urin bedeutet nicht zwangsläufig, dass es sich um eine Infektion handelt.
Urin, der aus einer Bricker-Urostomie abgeleitet wird, ist aufgrund der Schleimabsonderung durch das Darmsegment häufig trübe. Dadurch bilden sich watteartige, weisse Ablagerungen, die sich mit dem Urin vermischen. Ein leichter Überschuss an Schleim reicht aus, damit der Urin trübe wird. Der Urin kann gelegentlich auch «salzig», d.h. konzentriert und übel riechend, sein.

Gründe dafür können sein:

  • unzureichende Hydratation (Sie trinken nicht ausreichend)
  • eine mögliche Infektion, die in der Regel durch gute, vorbeugende Pflegemassnahmen verhindert werden kann 

Harnwegsinfektion:
Eine Kontamination des Urins tritt häufiger in Erscheinung, da Erreger über den Katheter leichter eindringen können. Ein regelmässiges Wechseln des Katheters senkt das Infektionsrisiko.

Hinweis:
Wenn ein Katheter im Harnleiter liegt, kann unter gewissen Umständen der Beutel eine violette Färbung annehmen.

Die einfachste Lösung ist, in regelmässigen Abständen ein Glas Wasser zu trinken, so dass Sie über den Tag verteilt etwa 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit aufnehmen - zusätzlich zu dem Wasser, dass Sie zu den Mahlzeiten trinken.

Wenn Sie stark schwitzen oder unter Durchfall leiden, müssen Sie diese Menge erhöhen.
Basischen Urin erkennt man oft an seinem strengen Geruch. Um den Urin anzusäuern, können Sie Pflaumen- oder Preiselbeersaft trinken.
Denken Sie daran, den Beutel regelmässig, alle 1 oder 2 Tage zu wechseln, um die Entstehung von Gerüchen zu reduzieren.
Vergewissern Sie sich immer, dass kein Harnwegsinfekt vorliegt. Im Fall eines Ileumconduits nach Bricker kann auch Schleim für Gerüche verantwortlich sein.

Die Ausscheidung von Blut im Urin (eine so genannte Hämaturie) ist relativ häufig und sorgt im Allgemeinen für grosse Beunruhigung. Eine Blutung kann unterschiedliche Gründe haben. Es ist daher wichtig, die Ursache zu kennen, um eine möglichst effektive Behandlung einzuleiten.

  • Lokale Ursache
    die häufigste und einfachste Ursache. Dabei handelt es sich um eine Blutung am Stoma selbst. Sie kann von einer Wunde, einem Geschwür, Kristallablagerungen oder einer leichten Verletzung der zarten Schleimhaut herrühren. In diesem Fall sollten Sie mehr trinken, bei der Reinigung und dem Anlegen der neuen Versorgung vorsichtig vorgehen und den Durchmesser Ihres Stomas kontrollieren und sicherstellen, dass die Hautschutzplatte des Beutels oder der Basisplatte mindestens 2 mm grösser ist als das Stoma.
  • Durch die Nieren bedingt
    Nierensteine, Infektionen oder Polypen können für Blut im Urin verantwortlich sein. Der Ureterostomie-Katheter kann gelegentlich winzige Verletzungen an den Nierenpapillen verursachen, wenn er zu tief eingeführt wird.
  • Durch Arzneimittel oder Nahrungsmittel verursacht
    Bestimmte Arzneimittel oder Nahrungsmittel (wie rote Beete) können zu einer roten Färbung des Urins führen.
    Antikoagulanzien (Gerinnungshemmer) können für eine Blutung verantwortlich sein. Aus diesem Grund muss Ihre Blutgerinnung regelmässig kontrolliert werden, damit Ihr Arzt gegebenenfalls Ihre Therapie anpassen und einstellen kann.

In jedem Fall gilt: keine Panik, aber setzen Sie sich ohne weitere Verzögerung mit Ihrer Stomatherapeutin (ET) oder Ihrem Arzt in Verbindung. Sie werden Ihnen sagen, was zu tun ist und mit Ihnen nach der Ursache suchen, um geeignete Abhilfemassnahmen zu treffen.

Die haftende Seite des Beutels ist ein Hautschutz. Er dient dazu, den Beutel an Ort und Stelle zu halten und die Haut zu schützen. Ein täglicher Wechsel stellt daher kein Risiko für eine Reizung dar. Hautprobleme oder Wunden entstehen meistens infolge von Undichtigkeiten oder durch unzureichende Pflege. Die häufigsten Gründe sind:

  • Verwendung von Produkten, die die Haut reizen oder austrocknen
  • unzureichende Hygienemassnahmen (zu seltenes oder zu häufiges Waschen)
  • ein zu grosser Durchmesser der Hautschutzplatte, wodurch Urin mit der Haut in Kontakt kommen kann
  • die Versorgung ist nicht optimal auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt

Zögern Sie nicht, Ihre Stomatherapeutin (ET) zu konsultieren, wenn Symptome anhalten; sie wird gerne alle Ihre Fragen beantworten.

Die tägliche Pflege Ihres Stomas

Ja! Am Anfang brauchen Sie etwas Übung, aber Ihre Stomatherapeutin (ET) oder das Pflegepersonal wird Sie anleiten. Sobald Sie die Versorgung und Pflege Ihres Stomas selbständig ausführen können, gewinnen Sie sehr viel an Unabhängigkeit zurück.

Das Bereitstellen der Materialen und der Versorgungs-Wechsel wird nicht länger als 5 Minuten Zeit beanspruchen.
Für unterwegs ist es praktisch, einen Beutel mit den benötigen Materialen bei sich zu tragen, evtl. zusätzlich mit etwas Ersatz-Kleidern, falls es zu einem kleinen Unglück kommt.

Folgende Materialen brauchen Sie zum Wechsel der Stomaversorgung:

  • eine leicht gebogene Schere, vorzugsweise mit abgerundeten Spitzen
  • einen Rasierer, nur erforderlich bei Haarwuchs rund um das Stoma
  • einen Stift, mit dem Sie das Stoma-Muster auf den neuen Beutel oder Ring zeichnen
  • einen kleinen Spiegel, mit dem Sie den Sitz der Versorgung an der Unterseite des Stomas kontrollieren können
  • einige Abfalltüten
  • Reinigungstücher
  • wenn Sie ein einteiliges System verwenden, einen neuen Beutel
  • wenn Sie ein zweiteiliges System verwenden, einen neuen Beutel und / oder eine neue Trägerplatte
  • alle Pasten und Crèmes, sofern Sie welche benutzen
  • eine Wäscheklammer, mit der Sie während dem Wechsel der Versorgung Ihre Kleidung hochhalten können

Für die korrekte Entfernung des Beutels bitten wir Sie, die Gebrauchsanleitung zu lesen. Nachfolgend erklären wir aber kurz die wichtigsten Schritte:

  • Lösen Sie den Beutel von oben beginnend, indem Sie vorsichtig die darüber liegende Haut zurückhalten, um eine zu starke Dehnung des Beutels zu vermeiden.
  • Knicken Sie den Beutel einmal in der Mitte bevor Sie ihn wegwerfen (um Gerüche zu reduzieren).
  • Reinigen Sie den Bereich um das Stoma gründlich mit reichlich warmem Wasser und gehen Sie dabei sehr sorgfältig vor, insbesondere wenn Sie Seife (nur pH-neutral) benutzen, da dadurch die Wasserdichtigkeit der Versorgung beeinträchtigt werden könnte. Vermeiden Sie die Verwendung von Desinfektionsmitteln (weder Alkohol, noch Antiseptika oder Farbstoffe), da dadurch die Haut geschädigt und die korrekte Haftung des Beutels beeinträchtigt werden könnte. Benutzen Sie möglichst keine Salben, da diese die Haftung der Hautschutzplatte auf der Haut beeinträchtigen.
  • Tupfen Sie die Haut vollständig trocken (das Anbringen des neuen Beutels oder der neuen Trägerplatte muss auf trockener Haut erfolgen) und kleben Sie die neue Versorgung an.

Wenn noch Spuren vom Klebstoff der vorherigen Versorgung vorhanden sind, ist das kein Grund zur Besorgnis, er wird an der neuen Versorgung haften und mit dieser entfernt werden.
 

Für die korrekte Anbringung des neuen Beutels und / oder der Trägerplatte verweisen wir auf die beiliegende Gebrauchsanleitung. Nachfolgend erklären wir jedoch kurz die wichtigsten Schritte:

  • Wenn Sie einen Beutel mit zuschneidbarem Hautschutz verwenden, schneiden Sie bitte den Hautschutz auf die Grösse Ihres Stomas zu. Beachten Sie dabei genau die Mass-Schablone (schneiden Sie nicht über die Begrenzung hinaus). Achten Sie darauf, 1 bis 2 mm um das Stoma herum frei zu lassen.
  • Für das Anbringen eines einteiligen Beutel-Systems ziehen Sie zunächst die Schutzfolie von der neuen Versorgung ab. Kleben Sie die Versorgung sanft von unten nach oben, indem Sie die Hautschutzplatte des Beutels nach oben rollen. Massieren Sie den Hautschutz auf die Haut, indem Sie am Stoma beginnen und zu den äusseren Rändern des Hautschutzes bzw. der Trägerplatte hinarbeiten, um sicher zu gehen, dass der Beutel korrekt haftet und keine Falten entstehen. Durch die erzeugte Reibungswärme erhöhen Sie gleichzeitig die Haftung.
  • Bei einem zweiteiligen System ziehen Sie zunächst die Schutzfolie von der Trägerplatte ab und kleben den Hautschutz dann von unten nach oben fest. Massieren Sie den Ring der Trägerplatte um das Stoma, um einen korrekten Sitz zu gewährleisten und damit keine Falten entstehen. Bringen Sie anschliessend den Beutel auf der Trägerplatte an. 

Tipp:
Haarwuchs um das Stoma kann die Haftung des Beutels oder der Trägerplatte reduzieren und beim Entfernen Schmerzen bereiten. Deshalb wird empfohlen, die Körperbehaarung rund um das Stoma zu entfernen.

Sie sollten das Versorgungs-System in regelmässigen Abständen wechseln. Dies ist immer dann der Fall, wenn die Haftflächen des Beutels oder der Hautschutzplatte verbraucht sind, aufquellen und weisse Stellen aufweisen, oder wenn eine Undichtigkeit auftritt. Ebenfalls wenn sich die Hautschutzplatte von der Haut löst oder sich ein unangenehmes Hautgefühl unter der Hautschutzplatte einstellt. Wenn Sie eine einteilige Versorgung haben, werden Sie den Beutel alle 1 bis 3 Tage wechseln, das kann individuell auch häufiger der Fall sein. Bei einer zweiteiligen Versorgung (Basisplatte und Beutel) wird der Beutel wie oben beschrieben gewechselt, die Basisplatte wird nach 2 bis 4 Tagen ersetzt.

Natürlich! Mithilfe verschiedener Materialien (Klebeband, Vlies usw.) können Sie Ihren Beutel ganz auf Ihre Bedürfnisse anpassen. Im Internet finden Sie Videos und Anleitungen. Suchen Sie nach «Mode + Stoma» oder «Stoma + Anleitung».

Bevor Sie das Krankenhaus verlassen, wird Ihnen die Stomatherapeutin (ET) einen Vorrat an Stomaprodukten geben, der für mindestens eine Woche reicht. Sie erhalten ausserdem spezielle Hinweise, wo Sie weitere Materialien erhalten können. Jede Stomatherapeutin (ET) geht diesbezüglich etwas anders vor. Sobald Ihr Arzt Kenntnis davon hat, was Sie benötigen, kann er Ihnen bei Bedarf ein Wiederholungs-Rezept ausstellen. Bestellen Sie einen neuen Vorrat, sobald Sie die letzte Verpackung anbrechen, damit Ihnen die Beutel nicht ausgehen. Vermeiden Sie aber Vorräte zu horten, sie könnten durch Feuchtigkeit und Temperatur-Schwankungen Schaden nehmen. Bitte wenden Sie sich an Ihre Stomatherapeutin (ET), wenn Schwierigkeiten bei der Versorgung mit den benötigten Stoma-Materialien auftreten. Sie erhalten alles, was Sie brauchen, beim spezialisierten Fachhandel oder in der Apotheke.

Hinweis:
Sie können sich zum Ausprobieren Muster der unterschiedlichen Versorgungen zukommen lassen. Ihre Stomatherapeutin (ET) kann Ihnen die Telefonnummern von Herstellern geben (oder deren E-Mail-Adresse für eine online Bestellung). Geben Sie an, welchen Stomatypen Sie haben, man wird Ihnen entsprechende Muster zusenden. Notieren Sie sich beim ausprobieren, welche Beutel Sie mögen und welche nicht. Wenn Sie sich für eine neue Versorgung entscheiden, rufen Sie einfach Ihre Stomatherapeutin (ET) an, damit Sie Ihnen die Bestellinformationen gibt.

Die aktuell verfügbaren Stoma-Versorgungs-Produkte sind nicht biologisch abbaubar, daher dürfen sie nicht in der Toilette oder irgendwo im Freien entsorgt werden. Benutzte Beutel können Sie in eine Tüte geben, die Sie möglichst luftdicht verschliessen sollten, anschliessend werfen Sie diese in den Hausmüll.

Wenn Sie die folgenden Schritte befolgen, können Sie Rötungen und Reizungen der Haut rund um das Stoma vorbeugen:

  • Reinigen Sie Ihr Stoma mit Wasser und Seife (pH-neutrale, unparfümierte Seife). Verwenden Sie keine Desinfektionsmittel oder Alkohol.
  • Falls Sie Allergien haben, informieren Sie Ihre Stomatherapeutin (ET).
  • Sie können auch spezielle Hautschutzprodukte wie Askina® Barrier Film von B. Braun verwenden.

Hinweis:
Wenn es zu einer Rötung oder Juckreiz kommt, wenden Sie sich bitte an Ihre Stomatherapeutin (ET). 

 

Nahrungsmittel & Getränke

Bei einer Urostomie gibt es keine Besonderheiten hinsichtlich der Ernährung, Sie müssen keine Diät einhalten. Das Essen soll Ihnen weiterhin Spass machen. Um gesund zu bleiben, sollten Sie gute Ernährungs-Gewohnheiten beibehalten, z.B. regelmässige Mahlzeiten zu sich nehmen und langsam und in Ruhe essen.
Ihnen sollte bewusst sein, dass manche Nahrungsmittel (z.B. rote Beete) eine Verfärbung des Urins oder einen speziellen Geruch (z.B. Spargel oder Kohl) nach sich ziehen können. Pflaumen- oder Preiselbeersaft säuern den Urin an.

Ja! Es ist eine wichtige Regel, jeden Tag viel Wasser zu trinken (zwischen 1,5 und 2 Liter). Dies gilt ganz besonders, wenn bei Ihnen ein Ileumconduit angelegt wurde, denn in diesem Fall kann der Urin Schleim enthalten. Genügend Flüssigkeit hilft den Schleim auszuspülen.
Sie können unabhängig von Ihrer Wasserzufuhr auch Kaffee, Tee, Säfte usw. trinken. Sie dürfen auch Alkohol trinken.

Alltag / wieder zu Hause

Sie werden sich zu Hause anfänglich etwas müde fühlen. Machen Sie jeden Nachmittag eine Ruhepause. Wenn Sie wieder anfangen aktiv zu sein und körperliche Bewegung möchten, ist es ratsam vorsichtig zu starten, zum Beispiel tägliche Spaziergänge zu machen. Auch Schwimmen ist gut geeignet. Wenn Sie gerne wieder Ihre Haushaltarbeit erledigen möchten, dann beginnen Sie mit den leichteren Aufgaben und legen Sie regelmässige Pausen ein.
Ihre Stomatherapeutin (ET) kann Ihnen weitere Ratschläge geben.

Sie fahren, wenn Sie sich wieder wohl fühlen und die Durchführung einer Notbremsung Ihre Bauchmuskeln oder Wunde nicht mehr verletzen kann. Dies kann bis zu 8 Wochen dauern. Beginnen Sie mit einer kurzen Strecke oder bitten Sie einen anderen Autofahrer Sie zu begleiten. Dies zur Sicherheit, falls Sie sich nicht in der Lage fühlen sollten, alleine weiter zu fahren oder Sie sich irgendwie unwohl fühlen. Wenn Sie diesbezüglich Bedenken haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder an Ihre Stomatherapeutin (ET).

Da die Versorgung komplett wasserfest ist, können Sie duschen oder baden. Denken Sie daran, dass sich heisses Wasser negativ auf die Haftfähigkeit des Hautschutzes (einteiliges System) oder der Trägerplatte (zweiteiliges System) auswirken kann.

Bitte bedenken Sie, dass es beim duschen oder baden ohne Beutel möglicherweise zu einem unkontrollierten Urinabgang kommen kann.

Verwenden Sie kein Duschgel, Badeschaum oder ähnliches, da diese Produkte einen Fettfilm auf der Haut hinterlassen, so dass die Versorgung dann schlechter haftet. Die Folge können auch Reizungen der Haut sein.
Wählen Sie pH-neutrale Produkte, vorzugsweise ohne Duft- und Farbstoffe.

So wie Sie mit Ihrem Beutel Duschen oder Baden können, genauso einfach können Sie im Schwimmbad, im See oder Meer schwimmen gehen. Sie brauchen keine Angst vor Undichtigkeiten zu haben. Vermeiden Sie, länger als 30 Minuten am Stück im Wasser zu sein.

Je nachdem, was der Grund für Ihre Operation war, werden Ihre Gefühle Achterbahn fahren. Manchmal wird Ihnen grundlos nach Weinen zumute sein, insbesondere in den ersten Wochen nach der Operation. Es ist wichtig, dass Sie mit jemandem sprechen können, zu dem Sie Vertrauen haben und der Ihnen hilft, mit der Situation fertig zu werden. Geben Sie nicht auf, wenn Sie nicht auf Anhieb die richtige Person finden. Es gibt eine Menge Menschen, die Ihnen helfen können und denken Sie immer daran, Sie sind es wert! Scheuen Sie sich nicht, über Foren oder Selbsthilfegruppen, wie z.B. die Ilco, Kontakt zu anderen Stromatragenden aufzunehmen.

Durch Ihr Stoma sieht Ihr Körper plötzlich verändert aus und er arbeitet nicht mehr wie früher. Es wird Zeiten geben, in denen es Ihnen schwer fällt mit dieser Situation umzugehen. Unter Umständen werden Sie Wut darüber empfinden, dass Sie ein Stoma haben, und vielleicht denken Sie, nie mehr ein „normales“ Leben führen zu können. Während diesen ersten Wochen werden Sie vermutlich an nichts anderes denken können, als an das Stoma. Sie werden sich vielleicht fragen «wird es so für den Rest meines Lebens sein?». Aber mit der Zeit wird Ihnen Ihr Beutel wahrscheinlich gar nicht mehr auffallen. Es ist normal, dass Sie Ekel empfinden, wenn Sie mit den Ausscheidungen aus Ihrem Stoma umgehen müssen. Die meisten Menschen sind so engen Kontakt mit ihren Körperfunktionen nicht gewohnt. Es kann daher eine Weile dauern, bis Sie damit vertraut sind. Sprechen Sie mit Ihrer Stomatherapeutin (ET) oder einem anderen Stomatragenden, der Ihre Gefühle versteht und möglicherweise nützliche Tipps für Sie hat wie Sie diesen Problemen begegnen können.

Wenn Sie einen Partner haben, ist auch er wahrscheinlich besorgt und fühlt sich durch all das, was mit Ihnen geschieht, gefühlsmässig belastet. Unter Umständen macht sich Ihr Partner sogar grössere Sorgen als Sie und braucht ebenfalls Unterstützung. Die Stomatherapeutin (ET) kann ein Gespräch mit Ihrem Partner einplanen, entweder während Sie noch im Krankenhaus oder bereits wieder zu Hause sind.

Es ist durchaus möglich, Sport zu treiben und einen gesunden Lebensstil zu führen. Für Ihre Gesundung ist dies sogar ausserordentlich förderlich und trägt dazu bei, dass Sie Ihr Selbstvertrauen zurückgewinnen.
Allerdings müssen Sie langsam beginnen und die sportlichen Aktivitäten allmählich steigern, um Ihr Stoma keiner übermässigen Belastung auszusetzen. Dies gilt insbesondere für die Zeit kurz nach der Operation. Vermeiden Sie das Heben von schweren Gegenständen, da Ihre Bauchmuskulatur ebenfalls durch das Stoma geschwächt ist.

Schwimmen, Radfahren, Wandern, Skifahren und Reiten sind ausgesprochen empfehlenswert. Vermeiden Sie aber alle Sportarten, die die Bauchmuskulatur stark belasten wie Gewichtheben, Rudern, Kampfsportarten oder Eishockey, da es zu Verletzungen Ihres Stomas kommen könnte.
Nichtsdestotrotz sollten Sie sich aber den Sportarten widmen, die Ihnen Spass machen.

Tipp:
Für manche Betroffene ist es hilfreich, zur Unterstützung einen Stomagürtel oder eine Stomabandage zu tragen.

Ein Stoma ist kein Hinderungsgrund zu reisen, aber Sie sollten einige Vorbereitungen treffen, damit Ihre Reise zu einem angenehmen Erlebnis wird. Bei Ihrer ersten Reise nach der Operation sollten Sie besonders umsichtig vorgehen. Verreisen Sie zunächst nur über ein Wochenende oder besuchen Sie einen Ort, den Sie schon kennen und wo Sie sich leicht entspannen können.
Wichtigstes Ziel dieses ersten Urlaubs ist es, Ihr Selbstvertrauen wieder aufzubauen!

Wenn Sie einige einfache Regeln beachten, können Sie mit einem ruhigen Gefühl in Urlaub fahren:

  • Schliessen Sie eine Reiseversicherung ab, die auch bestehende Krankheiten abdeckt.
  • Nehmen Sie das unbedingt erforderliche Material für die Dauer Ihres Aufenthaltes und sogar etwas mehr als nötig mit, damit Sie einen kleine Reserve haben.
  • Leeren Sie Ihren Beutel bevor Sie in das Flugzeug oder den Zug steigen, Sie werden sich entspannter fühlen.
  • Achten Sie darauf, dass in Ihrer Unterkunft zweckmässige Toiletteneinrichtungen vorhanden sind.
  • Planen Sie unterwegs eine günstige Möglichkeit für ein Entleeren oder Wechseln der Versorgung ein.
  • Wenn Sie einen längeren Aufenthalt planen, schicken Sie die Stoma-Versorungs-Produkte im Voraus an Ihren Zielort oder lassen Sie sich diese direkt dorthin liefern.
  • Nehmen Sie einen Teil Ihres Vorrats ins Handgepäck, für den Fall dass Ihr Koffer verloren geht.
  • Für lange Strecken oder Reisen sollten Sie einen Beinbeutel für Ihren Komfort mitnehmen.  

Stellen Sie sich ein Set für die Handtasche zusammen: 

  • Schere 
  • ein neuer Beutel (am besten schon auf Ihre aktuelle Grösse zugeschnitten)
  • eine Abfalltüte und einige Tücher
  • eine Wäscheklammer, mit der Sie Ihre Kleidung hochhalten können, während Sie die Versorgung wechseln
  • ein kleines Päckchen mit Feuchttüchern (für den Fall, dass kein Wasser zur Verfügung steht)
  • Hautschutz-Produkt, sofern verwendet

Tipp:
Für Reisen mit dem Flugzeug kann es hilfreich sein, einen Patienten-Ausweis mitzuführen. Dies erleichtert die Gepäckabfertigung deutlich. Sie können Ihren persönlichen Patienten-Ausweis bei der Firma B. Braun Medical AG anfordern.

Ja! In der ersten Zeit nach der Operation werden Sie sich aber in lockerer Kleidung wahrscheinlich am wohlsten fühlen, da Ihr Bauch noch geschwollen ist und Sie sich möglicherweise noch etwas wund fühlen. Dies lässt im Verlauf der ersten Monate allmählich nach. Dann können Sie wieder alles tragen, was Ihnen gefällt, da sich der Beutel diskret unter Ihrer Kleidung verbirgt. Wenn Sie die ersten Male wieder ausgehen, werden Sie sich eventuell ein wenig befangen fühlen. Aber keine Sorge, das ist völlig normal! In dem Mass wie Sie zu Ihrem gewohnten Lebensstil zurückkehren, wird dieses Gefühl allmählich nachlassen. Sie können sich einen Gürtel nach Mass anfertigen lassen. Dann sollten Sie wieder in der Lage sein, enge Kleidung und Badebekleidung zu tragen.

Ihr Stoma ist kein Grund, nicht wieder arbeiten zu gehen (ausser Ihr Arzt oder die Stomatherapeutin (ET) bitten Sie aus einem bestimmten Grund, dies zu unterlassen). Bevor Sie wieder zur Arbeit gehen, sollten Sie sich Gedanken zu einigen praktischen Dingen machen. Überlegen Sie zum Beispiel, wie Sie auf der Toilette bei Ihrer Arbeitsstelle Ihren Beutel wechseln oder entleeren können. Überlegen Sie, wieviel Zeit Sie benötigen, welche Materialien Sie brauchen und schauen Sie, ob es eine bestimmte Toilette gibt, die für Ihre Zwecke besser geeignet ist als andere (eine Toilette, die vielleicht etwas grösser ist oder mit einem Haken an der Tür, einem Regal oder einem Fenster oder einfach eine Toilette, die etwas seltener benutzt wird). Wenn Sie eine weite Anfahrt zu Ihrer Arbeitsstelle haben, machen Sie sich Gedanken, ob es unterwegs eine Toilette gibt, damit Sie ggf. Ihren Beutel entleeren können. Dies hilft Ihnen, Stress und Hektik zu vermeiden und Ängste abzubauen. Machen Sie sich auch darüber Gedanken, wem Sie etwas von Ihrem Stoma erzählen und wie viel Informationen Sie preisgeben möchten. Denken Sie aber daran, dass es für Sie und für Ihren Arbeitgeber von Vorteil ist, entsprechend informiert zu werden. 

Bereitet Ihnen der Gedanke an die Arbeit Sorgen, fragen Sie Ihren Arbeitgeber ob Sie zunächst in Teilzeit wieder einsteigen können. Besprechen Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber, was Ihren Bedürfnissen am besten entspricht. Je nachdem, welcher Operation Sie sich unterziehen mussten und wie sich die berufliche Situation gestaltet, sind die meisten Menschen in der Lage, ihre frühere Tätigkeit innerhalb von drei Monaten wieder aufzunehmen.

Bevor Sie wieder zur Arbeit gehen, sollten Sie ein Gespräch mit der in Ihrem Betrieb für gesundheitliche Belange zuständigen Person führen, damit gewährleistet ist, dass Ihre Tätigkeit keine negativen Auswirkungen auf Ihr Stoma mit sich führt (z.B. körperlich anstrengende Arbeit, Arbeitsplatz).

Familie, Verwandte und Sexualität

Kinder müssen vor allem Vertrauen spüren. Sprechen Sie mit ihnen und erklären Sie die Situation in einfachen Worten. Kinder sollten nicht das Gefühl haben, dass ihnen etwas verheimlicht wird, denn das, was sich dann in ihrer Vorstellung abspielt, ist häufig sehr viel schlimmer als die Wirklichkeit.

Wenn Sie Ihren Kindern sagen, dass Sie ein Stoma haben, heisst das nicht gleichzeitig, dass Sie es ihnen auch zeigen müssen. Was Verwandte betrifft, liegt es an Ihnen zu entscheiden, ob Sie mit ihnen darüber sprechen möchten. Sie sind die betroffene Person, die mit einem Stoma lebt. Es ist Ihre Entscheidung darüber zu sprechen oder nicht. Bei einigen Leuten wird es Ihnen leicht fallen, bei anderen weniger. Sprechen Sie ruhig und offen mit Ihrem Partner über Ihre Urostomie, um Ängste abzubauen.

Vergessen Sie nicht, dass Sie sich einem schwerwiegenden, chirurgischen Eingriff unterziehen mussten. Da ist es völlig normal, dass Sie in Bezug auf die mögliche Reaktion Ihres Partners auf Ihr Stoma verunsichert sind. Es dauert seine Zeit bis sich Ihr Körper erholt hat und bis Sie sich an die Veränderungen gewöhnt haben. Körperlich sind Sie möglicherweise eine Weile nicht in der Lage, sich zu entspannen und eine intime Beziehung zu geniessen. Das hängt auch davon ab, wie lange Sie vor der Operation krank waren, vom Ausmass der Operation und von der Notwendigkeit anderer Therapie-Massnahmen. Obwohl dies vollkommen normal ist, kann eine verminderte Libido zu Verunsicherung bei beiden Partnern führen. Es ist deshalb ganz entscheidend, dass Sie miteinander reden, damit keine Missverständnisse aufkommen.

Wenn das Vorhandensein des Beutels ein Problem für Sie darstellt, können Sie sich mit Ihrer Stomatherapeutin (ET) besprechen. Sie wird Ihnen unterschiedliche Alternativen vorschlagen, eine davon wird sicher die richtige für Sie sein. Sie können auch das Aussehen des Beutels verändern, indem Sie einen individuellen Beutel für Ihre Bedürfnisse gestalten.

Führen Sie ein offenes Gespräch über alle Probleme im Einzelnen mit Ihrer Stomatherapeutin (ET), nur dann kann sie Ihnen helfen. Sie kann Ihnen mit Ratschlägen in unterschiedlicher Form zur Seite stehen und Ihnen praktische Lösungen vorschlagen, wie beispielsweise eine andere Position beim Geschlechtsverkehr einzunehmen oder die Verwendung eines Gleitmittels, wenn Trockenheit oder leichte Schmerzen hinter den Problemen stecken. Sie kann Sie darüber hinaus an andere Spezialisten überweisen, wenn sie der Ansicht ist, dass Ihnen dort geholfen werden kann. Des Weiteren können Sie sich an Einrichtungen wie die psychosexuelle Beratung wenden.

Wenn Sie derzeit Single sind, sich aber Sorgen machen wie Sie im Falle einer zukünftigen Partnerschaft über Ihr Stoma sprechen sollen, können Sie das mit Ihrer Stomatherapeutin (ET) besprechen oder sich mit einem Mitglied Ihrer Selbsthilfegruppe austauschen. Diese Zeit kann viele Verunsicherungen mit sich bringen. Wir können Ihnen zwar auf dieser Website keine individuellen Ratschläge geben, aber Ihre Stomatherapeutin (ET) ist immer für Sie da, um alles im Einzelnen mit Ihnen zu besprechen.

Natürlich! Kontrollieren Sie zuvor einfach die Dichtigkeit an Ihrem Beutel, und denken Sie daran, ihn gegebenenfalls zu wechseln, bevor Sie zu Bett gehen.

Am Anfang werden Sie sich wahrscheinlich vor allem fragen wie Sie sich legen sollen. Auf welche Seite? Nach und nach werden Sie das Vertrauen in sich selbst zurückgewinnen und die Zeit zum Schlafengehen wird nicht mehr gleichbedeutend mit Angst und Verunsicherung sein, sondern verbunden mit der Vorfreude auf intime Momente.

Unter Umständen können Sie die Verhütungsmethode, die Sie vor dem chirurgischen Eingriff angewendet haben, nicht mehr weiter benutzen. Bei Verwendung von oralen Kontrazeptiva (die «Pille») gelangt jetzt möglicherweise nicht mehr die vollständige Dosis in Ihren Körper. Sie sollten zusammen mit Ihrer Stomatherapeutin (ET) über geeignete Verhütungsmethoden nach dem chirurgischen Eingriff nachdenken.

Ein Urostomie ist für eine Frau kein Hinderungsgrund schwanger zu werden und zu gebären. Viele Frauen haben nach Ihrer Stoma-Operation eine unkomplizierte Schwangerschaft erlebt und ein Kind zu Welt gebracht. Sogar die Geburt von mehreren Kindern nach Anlage eines Stomas ist keine Seltenheit. Es ist allerdings ratsam, nach der Operation etwa ein Jahr mit der Familienplanung zu warten. So hat die Wunde ausreichend Zeit auszuheilen und Sie können sich psychisch und physisch von der Operation erholen.

Wenn Ihnen irgendetwas Sorgen bereitet, wenden Sie sich an Ihre Stomatherapeutin (ET).